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Präsentation auf dem Vätersonntag 2004/2005

teilerziehen.de


22. Pädagogische Woche, 30.09.2005

Universität Oldenburg, 2. Elternuniversität

Beitrag der Selbsthilfegruppe "Teilerziehende"
Volker Barth, Daniela Hirt, Rolf Weinert

Wir sind eine Gruppe von Elternteilen, die sich zum Ziel gesetzt hat, auch in der Situation von getrennten Eltern eine adäquate Erziehung der Kinder zu ermöglichen und hierbei vor allem die Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Wir möchten unsere Überlegungen zur Gestaltung der Lebens- und Lernrealität von Kindern getrennter Eltern vorstellen und Anstöße geben, wie Eltern und Schule zusammen die Situation dieser Kinder berücksichtigen können.

Zunehmend ist es Realität, dass Kinder nicht mehr bei beiden Elternteilen leben; in einzelnen Schulklassen beträgt der Anteil dieser Kinder mittlerweile 50 Prozent - für die Schule eine veränderte Situation, mitunter verbunden mit einem erhöhten Aufwand zur Kommunikation mit erziehenden Elternteilen. Schule muss hierauf reagieren: z. B. in der Lernorganisation als Ganztagsschule, mit einer verbesserten Gesprächskultur mit den Eltern.

Im Rahmen der 22. Pädagogischen Woche haben wir über die Lebens- und Lernrealität von Kindern, deren Eltern getrennt leben, informiert. Es wurde diskutiert wie Eltern und Schule zusammen eine lernfördernde Haltung entwickeln und einen Rahmen setzen können, der die Situation dieser Kinder berücksichtigt.


Teilnahme an der 30. Jahresfeier des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV), 11.09.2005


Zeitungsartikel: Oldenburger Sonntagszeitung, 15.05.2005

Kinder brauchen beide Eltern

Die Gruppe “Teilerziehende Väter und Mütter“ feiert ihr vierjähriges Bestehen

Oldenburg. Kinder haben ein Recht auf einen freien und gleichberechtigten Umgang mit beiden Elternteilen. Unter dieser Grundannahme treffen sich zehn Väter und Mütter 14-tägig in den Räumen der BeKoS, um über ihre Anliegen, Probleme und Erkenntnisse zu sprechen.
Die selbstorganisierte Gruppe "Teilerziehende Väter und Mütter" besteht jetzt seit vier Jahren und kürzlich wurde eine zweite gegründet, die auch noch offen für neue Teilnehmer ist. "Es gibt zahlreiche Betroffene, die Unterstützung suchen und sich gegenseitig helfen
wollen", so Gruppen- mitglied Daniela Hirt.
Bei den regelmäßigen Treffen tauschen sich die Teilerziehenden dann zum Beispiel über Sorgerechtsprozesse, Beratungen vom Jugendamt, Gestaltung von Kindergeburtstagen und Probleme in der Schule aber auch über gemeinsame Urlaube oder Feiertage aus. Ganz erstaunlich sei die Unterschiedlichkeit der einzelnen Fälle, so Rolf Weinert.
Ziel der "Teilerziehenden Väter und Mütter" ist, die Kooperation der Eltern zum Wohle der Kinder zu optimieren. "Für ein Kind gibt es kein 'wichtigeres' Elternteil - egal wie hoch der Erziehungsumfang ist.
Auch bei wenig oder gar keinem Kontakt sind Eltern Teile des Kindes", sagte Rolf Weinert.
Ein Anliegen der Gruppe ist es, dass Elternteile in der Betreuung und Erziehung zusammenarbeiten. "Teilerziehung nach einer Trennung oder Scheidung sollte als selbstverständlich angesehen werden und neben anderen Lebensmodellen bestehen können", so Daniela Hirt.
Weitere Informationen über die Gruppen sind unter den neuen Internetseiten: www.teilerziehen.de oder Telefon: 3404735 (Daniela Hirt) und 7779687 (Volker Barth) erhältlich.

Zeitungsartikel: Hunte Report, 08.05.2005

Kinder haben ein Recht auf beide Elternteile

Von Lutz Rector

Oldenburg.
Der Begriff "alleinerziehend" spielt im Wortschatz von Daniela Hirt keine große Rolle. Für sie stehen Vater und Mutter gleichberechtigt nebeneinander. Auch nach einer Trennung beziehungsweise Scheidung und unabhängig von der sorgerechtlichen Situation oder des Umgangsumfanges sei jeder teilerziehend. Vor diesem Hintergrund gründete Daniela Hirt vor vier Jahren die Selbsthilfegruppe "Teilerziehende Väter und Mütter".

Das zentrale Ziel der Gruppe kann die Initiatorin in einem Satz zusammenfassen. "Wir bemühen uns um eine gute und angemessene Elternkooperation, und dabei steht immer das Wohl des Kindes im Vordergrund, auch wenn es Stress gibt." Und besagten Stress gibt es immer wieder einmal, denn nur weil ein Gruppenmitglied um ein gütliches Miteinader zwischen Vater und Mutter bemüht ist, muss das auf Seiten des ehemaligen Partners noch lange nicht so sein. "Oft genug enden Elternteile mit einem kalten Krieg um die Kinder vor Gericht. Gerade für die Kinder ist das sehr schlimm.

Dabei sollte doch gerade das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. Hier setzen wir an. Denn ein Kind hat das Recht auf einen freien und gleichberechtigten Umgang mit beiden Elternteilen."
Nach Ehescheidungen trennt sich das Sorgerecht automatisch zu gleichen Teilen auf, es sein denn, ein Elternteil hat das alleinige Sorgerecht beantragt und auch zugesprochen bekommen. Bei nichtverheirateten Eltern ist die Situation nach einer Trennung weit weniger geregelt. In der Selbsthilfegruppe sind beide "Varianten" vertreten. Die Annahme, ein Kind gehöre zur Mutter, weil der Vater als Berufstätiger ohnehin nicht genügend Zeit für die Erziehung habe, trifft nach Meinung von Daniela Hirt schon lange nicht mehr zu. "Die Gesellschaft hat sich deutlich geändert. Viele Mütter stehen selbst im Berufsleben. Ihnen fällt es heute viel leichter loszulassen. Auf der anderen Seite wollen die Väter mehr Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Das können sie aber nur, wenn sie auch die Möglichkeit dazu haben."
Dass die Gruppe dem "etablierten" Begriff alleinerziehend" mit ihrem Verständnis von Teilerziehung etwas fast schon Missionarisches gegenüberstellt, weiß
Daniela Hirt ganz genau. Und dass es dauern wird, bis Teilerziehung nach einer Trennung beziehungsweise Scheidung als selbstverständlich angesehen und neben anderen Lebensmodellen besteht und akzeptiert wird, ebenfalls. Doch das Erleben in der Gruppe stimmt sie zuversichtlich. Unter den Mitgliedern, fünf Väter und fünf Mütter, werde die gegenseitige Unterstützung sehr groß geschrieben, auch außerhalb der regelmäßigen Treffen.
Dabei spiele der ehrliche Umgang miteinander die entscheiden Rolle. „Bei uns kommen auch unbequeme Wahrheiten auf den Tisch. Nur so lassen sich auch die richtigen Entscheidungen im Sinne des Kindes treffen!"
Nachdem die Selbsthilfegruppe seit 2001 erfolgreich arbeitet, ist die Nachfrage inzwischen so groß, dass jetzt eine zweite Gruppe ins Leben gerufen wurde. Dort werden noch weitere Mütter und Väter aufgenommen. Nähere Informationen gibt es bei der Beratungs- und Koordinierungsstelle für Selbsthilfegruppen (BeKoS) unter Telefon 0441/884848, per Email unter kontakt@teilerziehen.de oder im Internet: www.teilerziehen.de.


Zeitungsartikel: Nordwest Zeitung vom 22.05.2002

Sorgerecht bringt neue Sorgen

Gemeinsame Erziehung nach Trennung problematisch -
Austausch in Selbsthilfegruppe

Seit einem Jahr gibt es die Gruppe für "teilerziehende Elternteile". Jetzt öffnet sie sich für neue Interessenten.
Von Susanne Gloger
Oldenburg. Das Pendeln zwischen alleinerziehend und kinderlos gehört für getrennt lebende eltern zum Alltag. Seit dem 1. Juli 1998 nämlich ist das gemeinsame Sorgerecht nach einer Scheidung (bei Nichtverheirateten auf Antrag) der Regelfall. Von den Elternteilen verlangt es allerdingsfast "Übermenschliches", weiß Daniela Hirt aus Erfahrung.
Seit Mai 2001 arbeitet sie mit Betroffenen, den "teilerziehenden Elternteilen", in einer Selbsthilfegruppe zusammen. Jetzt möchte man sich für neue Interessenten öffnen. "Weiterentwicklung ist unser Ziel", sagt Daniela
Hirt, "niemand möchte in dieser grausamen Situation stehen bleiben." Laut Gesetz müssen sich die getrennten Eltern lediglich über "Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung" (Schule, Krankheiten usw.) einigen. Zum Wohl des Kindes sei aber gerade der Austausch über die "kleineren" Dinge (Verhaltensweisen, Erlebnisse und Eindrücke) wichtig. Oftmals gebe es den jedoch nicht, und Elternteile müssten damit leben, dass sie ihre Kind immer wieder in eine Situation verabschieden, über die sie kaum oder gar nichts wüssten. Die "kindlose" Phase sei dann umso schwerer.
Die automatische Beigehaltung des gemeinsamen Sorgerechts habe ohnehin zwei Seiten, so Hirt. Manche sähen sie als eine Verbesserung für die Männer, die (auch) nach einer Trennung nicht mehr zu Besuchsvätern degradiert würden.
Andere sähen eine Verschlechterung für die Frauen, die wie bisher die Hauptlast der Erziehung tragen, sich nun aber auch noch ständig hineinreden lassen müssten.
"Wir sind die erste Generation, die sich mit der Elternschaft und dem Kindwohl auf dieser Art und Weise auseinander setzen muss", sagt Hirt.
Und sie sieht auch ein neues soziologisches Phänomen. Denn nicht nur das Gesetz sei verändert, auch die geschlechterspezifische Rollenverteilung: "Väter drängen zu Recht vor, möchten ihr Kind mehr begleiten. Für Mütter dagegen gilt es, mehr loszulassen." Wie bei jeder Veränderung entstünden viele Fragen und Hilflosigkeit. Damit setzt sich die Gruppe teilerziehender Elternteile alle 14 Tage donnerstags, 20.30 bis 22.15 Uhr, auseinander. Am 23. Mai 2002 sind Interessierte willkommen; Auskünfte: Telefon: 88 48 48.